Krafton, der Publisher von Subnautica 2 , PUBG und i nZoi, hat angekündigt, sich künftig stärker auf KI zu konzentrieren. Dieser Schritt wird tiefgreifende Veränderungen im internen Betrieb mit sich bringen. Künstliche Intelligenz (KI) ist derzeit in allen Branchen ein äußerst kontroverses Thema, insbesondere aber in der Videospielentwicklung , wo ihre Anwendung sowohl im Hintergrund als auch vor der Kamera immer wieder für Schlagzeilen sorgt.
Krafton, ein südkoreanischer Publisher, gegründet im November 2018, geriet vor einigen Monaten in die Schlagzeilen. Im Juli entließ Krafton die Mitbegründer von Unknown Worlds, dem Studio hinter dem lang erwarteten Subnautica 2. Die Folgen dieser Entscheidung waren ziemlich chaotisch: Die ehemaligen Führungskräfte von Unknown Worlds reichten Klage gegen Krafton ein und warfen dem Publisher vor, sie entlassen zu haben, um die Zahlung eines Bonus von 250 Millionen US-Dollar an das Studio zu umgehen. Krafton konterte im August und behauptete, die Entlassungen seien im Interesse der Qualität von Subnautica 2 erfolgt.
Krafton kündigt Pläne an, ein „KI-orientiertes“ Unternehmen zu werden.
Während die Klage noch anhängig ist, gerät Krafton erneut in Schwierigkeiten, diesmal aufgrund einer Ankündigung des Verlags zum Einsatz von KI im Unternehmen. In einem Live-Vortrag mit dem Titel „Übergang zu einem KI -zentrierten Unternehmen: Die Zukunft von Arbeit, Unternehmen und Individuum“ kündigte Krafton weitreichende Veränderungen für die nahe Zukunft an.
Laut Kim Chang-han wird Krafton ab heute „Arbeiten mithilfe von Agentic AI automatisieren und ein KI-zentriertes Managementsystem vollständig implementieren“. Im Wesentlichen plant Krafton, KI zur Lösung „komplexer Probleme“ und zur Steigerung der unternehmensweiten Produktivität einzusetzen.
Diese verstärkte Nutzung von KI geht mit einer beträchtlichen Investition von Krafton einher. Das Unternehmen plant, rund 100 Milliarden KRW in den Aufbau eines GPU-Clusters mit NVIDIA B300-Grafikkarte zu investieren. Laut Krafton soll diese Infrastruktur „mehrstufige Aufgaben unterstützen, die komplexes Denken und iterative Planung erfordern“. Sie soll außerdem zur „Automatisierung von KI-gestützten Arbeitsabläufen“ eingesetzt werden.
Krafton geht davon aus, dass die vollständige Integration von KI bis zur zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen sein wird und dann „KI-gestützte Arbeitsabläufe, eine agentenbasierte KI-Managementplattform und ein Datenstandardisierungssystem“ umfassen wird. Ab 2026 plant Krafton außerdem, jährlich 30 Milliarden KRW in die Schulung seiner Mitarbeiter im Umgang mit KI-Tools zu investieren, beispielsweise in ein „KI-Lernzentrum“, in dem Mitarbeiter KI-Anwendungen mit ihren Kollegen austauschen können.
Die KI-orientierten Veränderungen bei Krafton enden hier aber noch nicht. Um diesen KI-zentrierten Ansatz zu verinnerlichen, restrukturiert Krafton sein HR-System grundlegend. Die bestehenden Richtlinien werden auf KI ausgerichtet. Krafton will bis Ende 2025 eine „KI-zentrierte Unternehmenskultur“ etablieren. Die offizielle Pressemitteilung zu dieser Ankündigung schließt mit der Aussage, dass Krafton die durch die KI-Einführung freigesetzten Zeit und Ressourcen in die Entwicklung neuer Produkte reinvestieren wird. Dadurch sollen die internen Aufstiegschancen und die Rollenerweiterung der Mitarbeiter verbessert werden.
Die Aussicht auf erweiterte Karrieremöglichkeiten für die bestehenden Mitarbeiter klingt zwar verlockend, doch Kraftons Entscheidung, das HR-System komplett umzustrukturieren und an KI-Richtlinien anzupassen, dürfte bei allen, die bereits in der Spielebranche gearbeitet haben, Besorgnis auslösen. Es bleibt abzuwarten, wohin dieser KI-zentrierte Ansatz Krafton führen wird, doch für einige der menschlichen Angestellten verheißt er wohl nichts Gutes.
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